Wendepunkt
Sozialisten und andere Aktive an der Uni Köln



Opposition, Aufklärung, Reform:
Für Frieden und soziale Verbesserung

„Erst wenn die Produktivität entfesselt ist, kann Lernen in Vergnügen und Vergnügen in Lernen verwandelt werden.“
Bertolt Brecht, „Nachträge zum ‚Kleinen Organon‘“, 1954.

In Deutschland besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung (297 Mil­liarden US-Dollar). Die Politik der letzten Jahrzehnte, die solche Zustände zum Sachzwang erklärt hat, hat die AfD groß gemacht. Zur Realität gehört: Es könnten weltweit – und erst recht hierzulande – Gesundheit, Bildung und Kultur für alle realisiert werden, wenn der Reichtum gerecht verteilt würde. Es ist an der Zeit.

Wo dem Zynismus neoliberaler Politik eine solidarische Alternative für alle entgegengestellt wird, wie es die Labour-Partei in Großbritannien vormacht, wird bereits eine politische Wende eingeleitet. (Labour treibt mit einem klaren Oppositionskurs die regierenden, erzkonservativen Tories politisch vor sich her.  Diese haben nun angekündigt, die Ausgaben für Wohnungsbau zu erhöhen und sind gezwungen, die Sparpolitik infrage zu stellen.) Die notwendige soziale Erneuerung der Demokratie bedeutet nicht die Verwaltung von Menschen und vermeintlichen Sachzwängen unter der Floskel „Wir für euch“, sondern heißt gesellschaftliche Opposition und Aufklärung für die bewusste und humane Gestaltung der Lebensverhältnisse von der Mehrheit und für die Mehrheit. Die Menschenwürde ist verwirklicht in einer Welt ohne Mangel und Gewalt, in der allerorten – in Produktion, Wissenschaft, Bildung, sozialen Diensten, Künsten und Politik – alle für die Verbesserung des Lebens zusammenwirken. Dafür haben alle Bedeutung.

In diesem Sinne setzen wir uns ein für die Stärkung aller Bereiche öffentlicher Daseinsvorsorge und die Beendigung von Austerität und Schuldenbremse, für Diplomatie und strikt zivile Konfliktlösung, für zivile Produktion und sinnvolle Arbeit, für Solidarität mit Geflüchteten und die Bekämpfung von Fluchtursachen als gemeinsames Interesse der menschlichen Zivilisation. Für kritische, gesellschaftlich eingreifende Wissenschaften sind die hochschulpolitischen Errungenschaften gegen die Ökonomisierungsabsichten der schwarz-gelben Landesregierung zu verteidigen und auszuprägen: Die Friedensorientierung der Wissenschaften (Zivilklausel) im NRW-Hochschulgesetz als Ermunterung für alle Menschenfreunde muss erhalten bleiben. Die verstärkte soziale Öffnung und zaghafte Demokratisierung der Hochschule, die Gebührenfreiheit des Studiums für alle unabhängig ihrer Herkunft muss ausgebaut und es muss sich des Bachelor-Korsetts entledigt werden. Freude und produktives Schaffen gehören zusammen: Solidarität!

Wir sind in Fachschaften, im Studierendenparlament und der uni­versitären Selbstverwaltung aktiv, engagieren uns in der Friedensbewegung, gegen Rechts und sind gewerkschaftlich organisiert. Als linke SozialdemokratInnen streiten wir für einen Mentalitäts- und Richtungswechsel in der SPD.

„Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.“

Heinrich Heine, „Deutschland. Ein Wintermärchen“, 1844.